Duplex Stefan Hämmerle - Archiv torrobuch · Stefan Hämmerle · Autor

WZ aktuell, 18. September 2010


Stefan Hämmerle nahm an Konferenz über Transhumanz in Spanien teil

Hämmerle: „Leistung der Schäfer im Landschaftsschutz muss besser honoriert werden“

SGuadalaviar (pm).Stefan Hämmerle informierte vor einigen Monaten im Aalener „Bücherwurm“ über innere Werte. Der Illertisser Buchautor hat außerdem eine große Passion - die Transhumanz. Darunter versteht man die seit 8000 Jahren betriebene Fernweidewirtschaft mit jahreszeitlichen Wanderungen von Herden und Hirten zwischen Gebieten, die sich im jahreszeitlichen Rhythmus der Vegetation ergänzen.
Nach intensiver Beschäftigung mit der Thematik wurde der Buchautor von 3. bis 5 . September 2010 ins Museum der Transhumanz ins spanische Guadalaviar zu einem Expertentreffen eingeladen.
Dabei ging es u.a.um „Schauplätze/Szenerien der Zukunft der Transhumanz“ und um „Landwirtschaftliche Hilfen für die Transhumanz“.
Bei den Gesprächen über den Viehtrieb in Bayern unter Leitung von Stefan Hämmerle und den Hirten aus Bayern wurde dem geladenen Expertenpublikum in Spanien die extensive Weidewirtschaft in den Alpen und Tirol erläutert.

Bei der Fiesta Bavaria lud die sympathische Gruppe aus Bayern zu Kostproben gastronomischer Spezialitäten aus Bayern und der Sierra de Albarracin ein. Zudem trat die bayerische Folkloregruppe „Breitachtalr Kierbemuseg“ (Geschwister Johannes, Susanne, Magdalena und Thomas) auf. Ein Höhepunkt war für Stefan Hämmerle, als er zusammen mit anderen Teilnehmern einen Schäfer von Guadelaviar bis zum „Sestero“ begleitete.
So erlebten die spanischen Pastores, genauso wie die Mannschaft aus dem Allgäu, außergewöhnliche, doch ganz besondere Tage mit gegenseitigem Verständnis und Aktzeptanz.

Hintergrund
Stefan Hämmerle unternahm bereits zuvor mehrere Reisen nach Spanien in die Extremadura und nach Aragon, um sich umzusehen und am Zug von Schafherden auf den Canadas Reales teilzunehmen.

Schafe in SpanienPersönliches Erlebnis
Geweckt wurde die Leidenschaft Stefan Hämmerles für die Transhumanz durch ein Erlebnis auf dem Pilgerweg San Diago de Compostela.Als er in Richtung Salamanca lief, verirrte er sich. Spätabends nahm ihn ein vorbeiziehender Schäfer mit auf die Reise, zu seinem gesuchten Ziel.
So erlebte er erstmals die Arbeit eines Schäfers hautnah. „Ein Hirte steht mindestens 12 Stunden auf dem Weg, trägt hohe Verantwortung, ist Biologe, Veterinär, Koch, Pfadfinder, Hundeführer und vieles mehr“, erzählt Hämmerle begeistert. Nach dieser Begegnung änderte Hämmerle seine Einstellung und bekannte sich ganz klar zu diesem uralten Berufsstand, der nie im Wohlstand schwelkte, aber immer überlebte. Auch Wissen und Können wurden von Hirten immer an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Berufsstand des Schäfers nimmt ab. Bedauerlich stellt Hämmerle fest: „Hier bei uns im Allgäu sieht man so gut wie keinen Schäfer mehr“.
Vor 40 Jahren habe es in Krumbach noch einen gegeben.Leider rechne es sich für die nicht mehr, mit einer Herde durch die Lande zu ziehen.Der Nutzen der Schafe für die Natur ist enorm: Sie transportieren Pollen weiter und verscharren diese an einer anderen Stelle wieder im Boden.Sie liefern Milch und Wolle.
Wer heutzutage als Schäfer sein Lebensunterhalt bestreiten möchte, hat es aufgrund der politischen Rahmenbedingungen schwer.
Wenn die EU die weidetierbezogene Förderung auf eine Flächenprämie umstellt, dann würden Schäfern ohne Landbesitz ein Teil ihres Einkommens verlieren. Deshalb haben die Schäfer ganz oben auf ihre Agenda die verbesserte Honorierungen ihrer Leistungen im Landschaftsschutz gesetzt. Ein ganz besonderes Herzensanliegen ist es Hämmerle, dass das wertvolle Wissen von Hirten und Nomaden langfristig auch in unsere moderne Gesellschaft eingebracht wird.

Brückenschlag über den Lebensfluss

Literatur Stefan Hämmerle, der in Krumbach zur Schule ging, gibt ein Bändchen zum Nachdenken heraus

VON MAXIMILIAN CZYSZ

Buch "Gedanken am Fluss"Krumbach/Illertissen Alle Menschen sind Teil eines Flusses. Abstrakt heißt das für Stefan Hämmerle: Alle sind Teil des Lebensflusses. Dem hat der 62 jährige Illertisser nun in einem Buch nachgespürt.

Seine Verse, Kurzgeschichten und Bemerkungen machen nachdenklich, denn sie haben eine gewisse Tiefe. Sie regen an, über sich und sein Schaffen zu grübeln und nach den inneren Werten zu forschen. Hämmerle bemerkt: "Krankhafte Gier und Machtbesoffenheit stellen Kommerz, Materialismus und Kapitalismus in den Vordergrund. Wir reden von Zivilisation, Hochkultur, Technologiezeitalter und Wohlstandsgesellschaft." Seine Feststellung gipfelt in der Frage: "Wird der Mensch nicht immer mehr fremd als selbstbestimmt?" Seine Antwort darauf ist äußerst selbstkritisch: "Der Mensch als Wohlstandssklave im Hamsterrad."

Diese Erkenntnis, die sich mehrmals in seinem jüngsten Werk unter dem Leitmotiv "Gedanken am Fluss" widerspiegelt, ist durch seinen Lebensweg vorgezeichnet. Seine Firma ging pleite, Hämmerle stand nüt 49 Jahren vor dem Abgrund. Er wurde krank, doch genau das wurde ihm zur Gesundheit.

Weil er sich von der Gesellschaft verlassen fiihlte, musste er sich ein neues Weltbild schaffen und neue für ihn gültige Werte.

Seine Wegsuche hat Hämmerle auch die Vorliebe für das Geschriebene eingebracht, für Aphorismen, Gedankengänge, Parabeln und psychologische Ansätze über Gott und die Welt. Festgehalten sind sie im Bändchen "Handlungsreisender zwischen Welten und Werten".

 

Passion und Mission

Die Neuerscheinung ist gleichzeitig Ausdruck seiner Mission: "Wenn Geld zum alleinigen Maßstab auch für die Bewertung der Menschen wird, könnte die Aufgabe der Lite ratur sein, die menschlichen Werte (neu) wieder fortzuschreiben. " Und um es mit dem Bild des immer dahinfließenden Flusses auszudrücken: "Wo die Gier und Machtbesoffenheit angehinimmelt wird, wächst Lieblosigkeit, Kaltherzigkeit, Verrohung und Sinnlosigkeit. Der Lebensfluss wird bewusst zerstört. Der Lohn ist Mammon. "

Es lohnt sich, das kleine Bändchen zu kaufen, und sich damit an die Kammel oder Mindel zu setzen. Trotz der Eiseskälte wird das schnelle Studium des Bändchens zu einer wertvollen Erfahrung. Es regt an, kurz aufzuhorchen und die Natur in vollen Zügen aufzusaug um ein wenig zu innerer Ruhe kommen.

Gedanken am Fluss Erschienen im Gerhard Hess Velag, ISBN 978 3 87336 907 8

Dienstag, 24. August 2010 NR. 194

www.mittelschwaebische-nachrichten.de

Hirten hüten Wissen und helfen der Natur Stefan Hämmerle hat sich der Transhumanz verschrieben und wurde jetzt zu einem Experten-Treffen nach Spanien eingeladen.

VON MAXIMILIAN CZYSZ

Krumbach/Illertissen Schäfer zu sein, ist nicht nur ein Beruf. Es ist Berufung und Lebensphilosophie zugleich. Der Illertisser Buchautor Stefan Hämmerle, der in Krumbach zur Schule gegangen ist, hat sich Hirten und Nomaden verschrieben. Im Museum der Transhumanz im spanischen Guadalviar ist er Anfang September zu einem internationalen Treffen eingeladen. Themen sind unter anderem die extensive Weidewirtschaft in den Alpen und Tirol sowie landwirtschaftliche Hilfen für Transhumanz.

Die sind nötig, um den uralten Berufsstand zu retten. „Hier sieht man so gut wie keinen Schäfer mehr“, sagt Hämmerle. Vor 40 Jahren habe es in Krumbach noch einen gegeben. Heute sind sie eine Seltenheit im Landschaftsbild. Für die meisten sei es nicht mehr rentabel, mit einer Herde durch die Lande zu ziehen. Dabei hätten die Schafe eine große Bedeutung für Flora und Fauna,erklärt Hämmerle.

Beispielsweise tragen sie Pollen weiter und arbeiten sie mit ihren Klauen an einer anderen Stelle wieder in den Boden ein. Sie geben Milch für Käse und nicht zuletzt galt ihre Wolle schon immer als Goldenes Vlies. „Schafe und Ziegen waren früher die Kühe des kleinen Mannes“, sagt Hämmerle. Heute Schäfer zu sein, ist eine große Herausforderung: Stellt die EU beispielsweise die weidetierbezogene Förderung auf eine Flächenprämie um, dann geht Schäfern ohne Landbesitz ein Teil ihres Einkommens verloren.

Außerdem müssen sie immer öfter mit Betreibern von Biogasanlagen konkurrieren, die auf freien Flächen Energiepflanzen wie Mais anbauen wollen. Um überleben zu können, fordern die Schäfer, dass ihre Leistungen im Landschaftsschutz besser honoriert werden. Hämmerle geht es auch darum, das Wissen von Hirten und Nomaden zu erhalten.

Wie wichtig es ist, hat er selbst erfahren: Er wanderte auf dem Jakobsweg und kam abends vom Pfad ab. Ein Schäfer brachte ihn wieder auf den rechten Weg – zum Glück. Damals wurde Hämmerles Interesse an dem Multi-Beruf geweckt: Schäfer sind Geografen, Geologen, Biologen, Veterinäre und tragen eine große Verantwortung. „Ein Schäfer ist immer auf sich selbst gestellt. Er kennt keine Existenzängste, weil er stark sein muss. Und er ist ein selbstbestimmter und freier Mann.“

Der Bayerische Schafhalter 2/2010

„Vom Betriebsmanager zu den Pfaden der spanischen Schäfer“

Viele Wege führen zur Kathedrale in Santiago, wo der heilige Jakob 844 der Legende nach dem Grab entstiegen sein soll, um den spanischen Christen gegen die Mauren zum Sieg zu verhelfen. 1996 hatte ich mich schon einmal von Pamplona nach Galizien aufgemacht, damals mit dem Fahrrad, auf der Via Frances. Das hat mir unglaublich gut getan.

Dennoch wurde ich eine Santiagotour mit dem Fahrrad nicht empfehlen. Alles zieht so schnell an einem vorbei und gerade darum wieder den Blick auf die vermeintlichen kleinen Dinge des Lebens zu lenken. Mit dem Pferd oder per Pedes sei das viel eher möglich. 2004 bin ich wieder unterwegs zu Fuß, diesmal von Sevilla aus. Auf dem Weg der Via de La Plata, der Weg der Hirten, Jäger und Krieger. Einsam und allein sind die Tapferen und so bin ich auf meinem Pilgerweg unterwegs, von Salamanca nach Zamorra. Bereits am Mittag war ich völlig durchschwitzt, die Wasserflaschen leer, ohne Orientierung und Weg- und Ortskenntnisse. Doch brachte dieser Tag noch ein außergewöhnliches, besonderes Erlebnis, ich nenne es heute Geschenk. Abends nach 19 Uhr irrte ich immer noch im Kreis und suche den Weg zur De La Plate. Verirrt, verlaufen im fremden Land. Plötzlich vor einer Wegbiegung in diesem riesigen Wald ein Läuten, Schel len.
Kannte ich die Geräusche? Dann folgt ein Blöken und Mäh, ja es kommen Schafe. Tatsächlich eine stattliche Herde kommt in langsamer Gangart und frisst Gräser und Blumen am Wegrand. Doch gleich erscheint ein älterer Mann, mit blauer Arbeitshose, kariertem Kurzhemd, Schlägermützetze, die übliche Umhängetasche und seinen Hirtenstock mit Schäferhund. Weiter auf der anderen Seite der Schafe ein Junge, sein Enkel? Der Pastore (Schäfer) schaut mich an, mustert mich und spricht mit mir spanisch, bis er merkt, der Pilger ist sprachlos, oder spricht nur Unverständliches. Er greift meinen Reiseführer und spricht: Senior no, no, manjana De la Plate, mir ist klar, morgen kreuzen wir den Pilgerweg und dann kann ich weiter. Er nimmt meinen Rucksack, schnallt ihn auf den Esel und gibt mir die Richtung und meine Aufgabe per Handzeichen an. Am Ende der Herde laufe ich, beaufsichtige die Tiere um ein Auseinanderlaufen der Herde, oder den Verlust eines Schafes oder Ziege zu verhindern.

Der Hirtenjunge des Schäfers ist voller Freude, so ein fremdes Schaf in der Herde mit Vollbart, das aussieht wie Bismarck, nein so etwas kennen auch seine Freunde bestimmt nicht. Ja, das gibt Gesprächsstoff. Langsam bricht die Dunkelheit herein. An einem bergigen Abschnitt wird die Herde mit einem Gatter eingepfercht. Der Schäfer gibt mir eine Decke und ich lege meinen Schlafsack unter einem Baum darauf, so ist mein Nachtlager bereitet. Später, da beginnt der Alte zu kochen und ich bin einfach skeptisch.

In meinem ganzen Leben war ich noch nie so im Tiefschlaf. Waren es die Hirtenhunde, die auch mich, den Fremden bewachten, die Sterne der Sierra, die ich noch nie so groß und in dieser Vielzahl gesehen habe? Oder meine Suche nach dem Bibelspruch und seiner Bedeutung: „Der Herr gibt’s den Seinen im Schlafe.“ Oder alles zusammen. „Das Leben ist eine Pilgerreise.“ …..

Dieses nicht geplante Zusammentreffen mit Schäfer und Schafen verändert meine Einstellung zum Pastore und seinem Können, zu den Tieren, der Arbeit und der Verantwortung. Ja und darauf bin sich stolz. Diese Episode führte mich im vergangenen Jahr wieder nach Spanien und ich sah, erlebte, lernte und erkannte: Es gibt viel zu tun. Packen wir es an.

So war ich unterwegs mit Hirten im Ebrodelta, Albarracin, Guadalaviar, Extremadura. Antonio, Pastore seit Jugend, führt nur noch 400 Ziegen. Eduardo eine gemischte Herde von Schafen und Ziegen, die Milch geht an eine Käserei.

Die Wanderschäferei auf den Canadas – Real ist in der Landschaftspflege und im Naturschutz nicht mehr wegzudenken. Doch Preisverfall bei Schafen und Kostensteigerung bei Energie, also Sprit usw. zeigen Grenzen. Die EU will per 2012 die Zuschüsse für die Schafhalter einfrieren oder kürzen. Die Hirten sind mittlerweile überaltert und Junge sind nicht in Sicht, bzw. wollen das „365 Tage im Einsatz sein“ nicht mehr mittragen. Meine Vorschläge fanden Anklang und angeblich wird nach einer Möglichkeit für junge Menschen, die trotz UniAbschluss keinen Arbeitsplatz finden, eine Überbrückungstätigkeit im Hirtenberuf gesucht.

Gesamt sehe ich die Situation der Pastore und deutschen Schäfer in ähnlicher, nicht einfacher Situation, sind die Aktiven doch hochkarätige, bestausgebildete Personen, aber das interessiert die Globalisierung nicht. Seitdem habe ich verschiedene Vorträge zum Thema gehalten und Ende April bin ich wieder unterwegs in Spanien. Eine persönliche Einladung zum Transhumanz 2010 liegt bereits vor.

Bei Interesse werde ich Ihnen gerne weiterberichten.

Ein Reisebuch ist in Arbeit.

Stefan Hämmerle

Schwäbische Zeitung
Samstag, 16. Januar 2010 / Nr. 12

Die Pfade der Schäfer bestimmen jetzt sein Leben

ILLERTISSEN - Dem Erhalt der Fernweidewirtschaft, der sogenannten Transhumanz, hat sich Buchautor Stefan Haämmerle aus Illertissen verschrieben. Besonders angetan haben es dem 62-Jährigen die uralten Weidepfade der Schäfer in Spanien, von denen er sich auch eine touristische Erschließung vorstellen kann.

Von Gerd Mägerle

Auf das Thema gestoßen ist der Illertisser Stefan Hämmerle durch einen Zufall.
Es war im Sommer 2004, als er auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostella pilgerte. Bei Salamanca verirrte er sich spätnachmittags in einem großen Waldstück. „Ich hätte da vermutlich nicht mehr rausgefunden“, sagt er.
Der Zufall wollte es, dass Stefan Hämmerle auf einen alten Schäfer, dessen Enkel und eine schätzungsweise rund 800 Tiere umfassende Herde traf. „Der hat gleich gesehen, dass ich mich nicht auskenne, meinen Rucksack auf seinen Esel geladen und mir angedeutet, ich solle seinen Schafen folgen.“

Schäfer essen nichts Schlechtes

Abends rasteten sie auf freiem Feld, rollten die Schlafsäcke aus und der Schäfer kochte für sich, den Enkel und den verirrten und auch verwirrten Stefan Hämmerle. „Anfangs habe ich gedacht, ich kann das nicht essen, aber es schmeckte alles sehr gut“, erzählt er. „Dann hat mir der Schäfer erklärt, dass er nichts Schlechtes essen dürfe. Denn wenn er krank werde, gehe auch die Herde zugrunde, weil ringsumher keine Zivilisation, geschweige denn ein Arzt sei.

Als Stefan Hämmerle nach seiner Pilgerreise wieder nach Hause ins Illertal kam, war dieses Erlebnis nur einer von vielen Eindrücken. Stefan Hämmerle hatte es schon wieder verdrängt, als er sich Anfang des vergangenen Jahres des alten Schäfers entsann und sich fragte, was aus ihm wohl geworden ist.

Hämmerle las sich in das Thema Schäferei und Transhumanz ein. Schnell fiel sein Entschluss, wieder nach Spanien zu reisen, diesmal nur auf den Spuren der Schäfer.
Nach anfänglichen Irrungen und Nächten unter freiem Himmel, wo ihn auch zwei wilde Hunde attackierten, war Stefan Hämmerle unterwegs auf den uralten Weidepfaden, informierte sich in Naturschutzzentren und Museen über die Transhumanz und wurde im vergangenen September sogar eingeladen, auf einen Kongress der Schäfer in Guadalaviar (zwischen Madrid und Valencia).

Hämmerle vor Schafherde

Fühlt sich der Schäferei verbunden, obwohl er selbst kein Schäfer ist: Autor Stefan Hämmerle aus Illertissen. Auf alten Weidepfaden in Spanien hat er auch zu sich selbst gefunden. Foto: pr

„Da wurde mir erst klar, was in diesem Thema alles drinsteckt“, sagt Hämmerle. Vor allem sieht er nun die Gefahr, dass alte Traditionen verloren gehen: „Wenn wir so weiter machen mit unserer Infrastruktur, dem Straßenbau, der Zersiedelung, dann gibt es Leute wie diese Schäfer bald nicht mehr.“ Damit gehe dann auch ein Potenzial an Wissen und Tätigkeiten für immer verloren.
Für ihn habe sich seit dem Kongress vieles verändert, sagt Hämmerle: „Was mir bis dato wichtig war, ist unwichtiger geworden. Vieles, was unseren vermeintlichen Luxus ausmacht, brauche ich nicht mehr.“

Er will im Frühjahr wieder in Spanien mit den Schäfern auf ihren Weidepfaden unterwegs sein und hofft, davon auch andere zu begeistern. Eine touristische Nische könnte das sein, meint Hämmerle. Erste Kontakte habe er bereits geknüpft und sei auch gerne bereit zu vermitteln. „Kinder und Erwachsene würden da Eindrücke bekommen, die sie sonst in ihrem ganzen Leben nicht erhalten“, sagt er.
Über seine Erlebnisse bei der Transhumanz will er nun ein Buch schreiben und ist auch gern bereit, in Vorträgen darüber zu berichten. Zum Schreiben kam Hämmerle, eigentlich gelernter Großhandelskaufmann, nach seiner Pilgerreise auf dem Jakobsweg. Seine Eindrücke und Erkenntnisse verarbeitete er in den Büchern „Handlungsreisender zwischen Welten und Werten“ sowie „Gedanken am Fluss“.

  • Stefan Hämmerle · Grüntenweg 26 · D - 89257 Illertissen
    E-Mail: Stefan Hämmerle
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